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Projektbezeichnung: Gutachten „Priorisierungsvorschlag für die umwelt- und klimagerechte Umsetzung von Schieneninfrastrukturprojekten“
Bundesland: Bundesweit
Kategorie: Schiene
Zeitraum: 2025

Projektdossier:   Dossier Projekt BUND Priorisierung Schiene.pdf
Weitere Info: Gutachten.pdf

Kurz-Beschreibung:

RegioConsult wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) beauftragt, ein Gutachten mit dem Titel „Priorisierungsvorschlag für die umwelt- und klimagerechte Umsetzung von Schieneninfrastrukturprojekten“ zu erstellen. Ziel des Gutachtens war es, Projekte des vordringlichen und potentiellen Bedarfs des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) anhand von festgelegten Kriterien zu bewerten. Das Gutachten wurde bei der Abschlussveranstaltung in Berlin von Wulf Hahn vorgestellt.

Ergebnis:

Das Projekt startete am 07.08.2025 mit einem Auftaktworkshop in Berlin, bei dem gemeinsam mit dem BUND nach einer umfassenden Analyse die Kriterien festgelegt wurden. Die methodische Vorgehensweise sowie die Festlegung spezifischer Kennwerte wurden daraufhin durch RegioConsult und den BUND am 17.09.2025 präzisiert, um eine belastbare Datengrundlage sicherzustellen:

 - Umwelt- und Naturverträglichkeit (Umweltbeitrag Teil 1: Nutzensumme Umwelt): Für diese Bewertung wurde primär die monetäre Nutzensumme des Umweltbeitrags Teil 1 herangezogen. Da die Daten zu anderen Faktoren, wie der Inanspruchnahme von Natura 2000-Gebieten oder dem konkreten Flächenverbrauch, im BVWP nur für wenige Projekte vorlagen, wäre ein Vergleich aller Vorhaben sonst kaum möglich gewesen.

- Verringerung der Emissionen (Klimawirkung Nutzen aus Reduzierung der Abgasbelastung): Während der BVWP lediglich 145€/t CO2 veranschlagte, rechnet RegioConsult, auf aktuellen Empfehlungen des Umweltbundesamtes hin, mit einem Preis von 335€/t bzw. 940 €/t je nach Ansatz der Zeitpräferenzrate (höhere Bewertung des Wohlstandes heutiger Generation oder zukünftiger Genrationen). Dies führt zu einer stärkeren Gewichtung der Klimawirkung bei der Priorisierung der Schienenprojekte als im BVWP.

- Gemeinwohl (Raumordnerische Beurteilung Modul C, Engpassbeseitigung, Erreichbarkeitsanalysen).

- Kosten und Wirtschaftlichkeit (Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV)).

Anhand dieser Kriterien erfolgte eine umfängliche Analyse deren Ergebnisse in Tabelle 1 und Tabelle 2 ersichtlich werden.

In der farblichen Darstellung von Tabelle 1 stechen insbesondere die Projekte Karlsruhe–Basel (2-005-V02) und der Korridor Mittelrhein (2-004-V03) durch einen hohen bis sehr hohen Nutzen für Umwelt und Klima hervor. Im Gegensatz dazu zeigen Projekte wie die ABS Paderborn–Halle (2-015-V01) zwar eine extrem hohe Wirtschaftlichkeit, jedoch nur eine geringe bis mittlere Wirkung auf den Klimaschutz.

Obwohl für das Projekt 2-009-V03 ABS/NBS München – Rosenheim – Kiefersfelden – Grenze D/A (– Kufstein) für alle Kategorien Daten fehlen, ist die Bahnstrecke mit absoluter Priorität zu behandeln. Dies begründet sich durch seine zentrale Bedeutung als internationale Hauptachse und Zulauf zum Brennertunnel, um die Verlagerung des LKW-Verkehrs von der Brenner-Autobahn auf die Schiene zu realisieren.

Auftraggeber:

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V., Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin