St2240n Ortsumgehung Buckenhof

Projektbezeichnung: St2240n Ortsumgehung Buckenhof
Kategorie: Strasse
Bundesland: Bayern
Zeitraum: 1999 - 2012 (abgeschlossen)

Kurzbeschreibung: Die Ortsumgehung St2240n Buckenhof-Uttenreuth-Weiher wurde in dem Versuch konzipiert, eine „leistungsfähige“ Straßenverbindung zwischen Erlangen und Neunkirchen am Brand zu schaffen sowie die Verkehrsbelastung in den drei Gemeinden Buckenhof, Uttenreuth und Weiher „zu reduzieren“, mit anzweifelbaren Effekt für die Gemeinden selbst sowie die umliegende Natur.
RegioConsult konnte massive Mängel in der Verkehrsuntersuchung sowie in der Umweltverträglichkeitsprüfung feststellen.

Projektdossier: St2240n-Dossier.pdf
Karten:   St2240n-2022-Kartenmaterial.pdf

Aufgabenstellung:

(1999-2012)

Im Auftrag der Gemeinde Buckenhof bearbeitete RegioConsult folgende Aufgabenstellungen:

  • Untersuchung der Vereinbarkeit des Stadt- / und Umlandbahnverkehrs mit dem Kfz-Verkehr und Mischverkehr in Buckenhof und Uttenreuth.
  • Überprüfung der Verkehrsuntersuchung zu den Umgehungen von Buckenhof, Uttenreuth und Weiher (St 2240n: 5,3 km Baulänge, 12,4 Mio. € Baukosten) von Prof. Kurzak und INOVAPLAN hinsichtlich Methodik, Verkehrs-, Lärm- und Abgasbelastung sowie der Auswertungen der Verkehrsdaten an der Onlinezählstelle Uttenreuth-Ost des Freistaates Bayern.
  • Untersuchung der FFH-Verträglichkeit (Flora-Fauna-Habitats-Verträglichkeit) des geplanten Eingriffs in den Sebalder Reichswald (Vogelschutzgebiet) und verschiedene Kartierungen zur Überprüfung der Artenschutzverträglichkeit zwischen 2002 und 2011.
  • Begutachtung der Planfeststellungsunterlagen (PFU) 2007 und Fachkoordination im Planfeststellungsverfahren (PFV) als federführendes Büro

Ergebnis:

Zwischenerfolg, 2007
Wie RegioConsult bei der Überprüfung der überarbeiteten Verkehrsuntersuchung nachweisen konnte, hätte die Verkehrsprognose für Buckenhof und Uttenreuth korrigiert werden müssen: Die Entlastungswirkung fiel mit 36,7% (Uttenreuth) und 35% (Buckenhof) des Prognosenullfalls wesentlich geringer aus als von INOVAPLAN angegeben und auch die Umgehungsbelastung auf der St240n war mit einer Maximalbelastung von 7.100-8.100 Kfz/24 deutlich niedriger als von der Planungsbehörde angenommen. Weiter wurde der LKW-Anteil auf der Südumgehung um 50% zu niedrig angesetzt, dabei hätte der erhöhte Schwerlastanteil zu einer erheblichen Immissionsbelastung Buckenhofs, Uttenreuths und Weihers hinsichtlich Schall und Schadstoffen geführt.

Die Verkehrsuntersuchung von Kurzak und INOVAPLAN war insgesamt als methodisch mangelhaft einzustufen und beinhaltete zahlreiche Ungenauigkeiten und Widersprüche.

Hinzu kam die starke Beeinträchtigung des Vogelschutzgebietes Sebalder Reichswald: Insgesamt wären für die Trassenführung 15ha Wald in Anspruch genommen worden, auf der betroffenen bzw. umliegenden Waldfläche kommen geschützte Arten wie Heidelerche, Schwarzspecht, Grauspecht und Grünspecht vor, die von der Planung betroffen gewesen wären. Nicht nur konnte RegioConsult Fehler bei der Bestanderfassung nachweisen, auch waren die Ausgleichsmaßnahmen etwa für die Zerstörung / Beeinträchtigung der Heidelerchenhabitate (Sandmagerrasenflächen) in Form der Aufwertung von Teilflächen des beeinträchtigten Habitats vollkommen ungeeignet, da die Trasse die Sandmagerrasenflächen mittig durchschnitten und damit weitestgehend entwertet hätte.

Die Planunterlagen (Verkehrsprognose, Lärmschutz, Luftschadstoffe, FFH-Verträglichkeit und Artenschutz) waren in allen Bereichen als hoch defizitär einzustufen. Für die Planfeststellung konnten sie aus fachlicher Sicht keine Grundlage darstellen, weshalb die Straßenbauverwaltung den Vorhabenträger zur Nacharbeitung der FFH-Verträglichkeitsprüfung (UVP) aufforderte – ein erster Erfolg dank RegioConsult.

Endergebnis, 2012 / 2013
Im Juni 2012 zog die oberste Baubehörde Bayerns zieht einen finalen Schlussstrich und beendete damit das Planfeststellungsverfahren (PFV) der St 2240n.
Um für die dringend notwendige Lärmentlastung der Anwohner in Buckenhof, Uttenreuth und Weiher zu sorgen, wurde alternativ zu der ursprünglich geplanten Ortumgehung ein lärmmindernder Belag (Flüsterasphalt) auf der Ortsdurchfahrten angebracht.
Die Gemeinde Buckenhof konnte mit Hilfe der fachlichen Unterstützung von RegioConsult und weiteren Kooperationspartner nicht nur die Ortsumfahrung St2240n abwenden, sondern auch die Lärmbelastung in der Ortsdurchfahrung reduzieren.

Kooperationen:

Simon & Widdig (Faunistik - Fledermäuse, Matthias Simon), Büro für ökologische Studien (BFÖS, Dr. Helmut Schlumprecht), Gesellschaft für Umwelt- und Hydrogeologie mbH (AWUS, Manfred Strobl - Gräfenberg, Kölner Büro für Faunistik (KBFF, Dr. Claus Alrecht), Büro für faunistisch-ökologische Studien (BUFOS, Dr. Jürgen Schmidl), Kanzlei Dr. Stefan Wagner & Anne Riethmüller

Auftraggeber:
Gemeinde Buckenhof